Spanien - Reisebericht - Teil 5

25.07.2007                                                                       Tag 73
Tourverlauf: Port Alcudia- Fährhafen Alcudia- Pollenca- Kloster Lluc
KM:    35

Mich von meiner Frau verabschiedet und dann zum Hafen gefahren, um zu sehen, ob und wann eine Fähre von Port Alcudia nach Barcelona ablegt. Danach erneut auf die mir nun vertraute Straße nach Lluc, für meine letzte Nacht auf Mallorca, gesteuert. Zum Zeltaufbau hatte ich keine Lust mehr und habe die Nacht im Schlafsack auf der Isomatte verbracht. An viel Schlaf war nicht zu denken, da nach einbrechender Dunkelheit die überall in den Bergen nach Nahrung suchenden Bergziegen sich näherten und die „Geräusche“ etwas unheimlich waren. Wollte so ungeschützt zwischen den Bäumen liegend nicht unbedingt  von einer Ziege abgeleckt werden, um mir die schönen Erinnerungen der letzten Urlaubswoche positiv zu bewahren.
 

26.07.2007                                                                       Tag 74
Tourverlauf: Lluc- Port Alcudia- Palma Port- Fähre nach Barcelona
KM:    80

Nachdem erste Sonnenstrahlen durch die dichten Baumgruppen drangen, sofort meine Sachen zusammengepackt und auf dem Motorrad verstaut. Obwohl ich früh genug an der Fähre ankam, war die Beladung mit Fahrzeugen und Menschen bereits fast abgeschlossen. Das nette Fräulein am Fahrkartenschalter machte mir schnell klar: Ich kann gerne eine Fahrkarte nach Barcelona haben, mein Motorrad wird aber nicht mitgenommen! Warum habe ich leider nicht kapiert, da ich auf der Fähre noch genügend Platz für das Motorrad sah? Also umdisponieren und in Palma de Mallorca mein Glück versuchen, noch heute zum Festland überzusetzen.                                                                                
Im Hafen von Palma angekommen, hatte ich zuerst große Schwierigkeiten die Fähranliegereinfahrt zu finden und musste mehrmals wenden, bis das Abfertigungsgebäude erreicht war.
Vor der Halle stellte ich mein Motorrad neben einer Bikergruppe aus Spanien ab und erweckte sofort das Interesse der Anderen.                                                                                                                                            

Der Tourguide konnte sehr gut deutsch und wir haben uns lange unterhalten. Er besitzt einen Motorradladen im Osten der Insel und führt, mit einigen seiner Kunden einmal im Jahr, eine Tour durch die Pyrenäen durch. Seine Neugier galt vorrangig meinem Verlauf der Motorradreise durch sein Land und besonders meinen Erzählungen über die Skandinavientour zum Nordkap. Für einen Spanier ist der Nordkap natürlich, auf Grund des langen Anfahrtswege von gleichem Interesse, wie für unsereins die Tour nach Gibraltar.

Bei der anschließenden Suche mich in die richtige Wartespur für die Fähre Palma- Barcelona zu stellen, machte ich erneut eine schon so manches Mal in Spanien erlebte Feststellung:
Frage einen Spanier nach dem Weg, bekommst du freundlich eine richtungs- weisende Antwort. Fragst Du nach „deutscher Art und Gründlichkeit“ einen zweiten und dritten, bekommst Du garantiert auch sehr freundlich die Auskunft in jeweils gegensätzlichen Richtungen. Nach dem ich drei, in ihren gelben Jacken als Hafenpersonal zu erkennende Männer, ansprach, mir zu erklären, wo ich mein Motorrad hinstellen muss, war ich immer noch nicht schlauer, stellte mich wieder zu der Motorradtruppe aus Mallorca und war jetzt am richtigen Ort. Vor mir in der Wartespur ein Pkw mit deutschem Kennzeichen, das daneben stehende Ehepaar voller Aufregung mit Händen und Füßen diskutierend mit dem „Einweiser“, ob sie hier richtig stehen.      
                                                                                                                                   
Dieses Ehepaar aus Germany hat 14 Jahre in Mallorca gelebt, ihre Finca verkauft und leben wieder in Deutschland.  Sie hatten Probleme mit Ihren Fahrkarten, wurden immer wieder zwischen Terminalschalter und Abfertigungsspur hin und her geschickt. Mich wunderte nur, dass Menschen, die über 14 Jahre in Mallorca gelebt haben, kein Wort Spanisch sprechen. Ein Indiz wohl dafür, dass man auf Mallorca auch gut in „deutschen Enklaven“, abgeschirmt nur unter „Seinesgleichen“ leben kann. Aber ist das nun wirklich erstrebenswert? Eine Lebensweise, die mir doch befremdlich erscheint!                                                                                        

Die Fährüberfahrt verlief bei sehr ruhiger See und ohne schaukeln. Am Nachmittag im Hafen von Barcelona angelegt, verschluckte mich schnell der Großstadtverkehr und mein Bestreben war, nur schnell raus aus der Stadt. Ein  Zeltplatz dank GPS ohne Probleme außerhalb der Stadt gefunden. Die Preise hier Großstadt angepasst, muss ich aufpassen.
                            

27.07.2007                                                                       Tag 75
Tourverlauf:  Heute kein Motorrad.

Mit dem Bus nach Barcelona bei guter Verbindung. Es ging direkt in das Zentrum.
Der Tag war so schön und endete im Stress! Nach Ankunft zu Fuß bis Hafen. Dann Besichtigung des Großfische- Aquariums direkt am Hafen, war wunderschön.
                                                                                                                                            

 

Mit Tageskarte Buslinie blau und rot alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Barcelona abgefahren. Vorher zu Fuß noch die Hauptmeile und Stadtteile links und rechts.                 
Am Abend Essen im Hard Rock- Cafe Barcelona  und dann den größten Fehler meiner bisherigen Reise begangen, Geld holen vom Automaten der Deutschen Bank und mich dadurch als deutscher Tourist zu erkennen gegeben.

Plötzlich steht ein sich vorher bereits angestellter junger Mann hinter mir und zeigt mit der linken Hand immer auf den Bildschirm. Ich lasse mich von ihm völlig verwirren und merke überhaupt nicht, dass sein Hilfsangebot nur einem Zweck dient, mit seiner rechten Hand die Karte zu klauen. Habe mein Geld gezogen, Quittung genommen, dann keine Karte da und der „Hundesohn“ war weg! Habe vor Aufregung den Bus um 20.40 Uhr verpasst, falsche Haltestelle und war dann erst um 22.15 zurück am Zeltplatz. Drei Stunden sind vergangen, bis ich meine Frau anrufen konnte. Der Dieb hatte also genügend Zeit mit meiner Karte Geld zu ziehen, wenn er meine PIN- Nummer erkannt hat?
Meine Frau konnte um Mitternacht das Konto sperren lassen und Tage später erfuhr ich die erlösende Nachricht, keine Abbuchungen erfolgt!
Am Morgen hörte ich von einem Holländer an der Rezeption, dass sie ihm aus dem Zelt die gesamte Kameraausrüstung geklaut haben. „BARCELONA-COUNTRY ein ELDORADO VON STRAUCHDIEBEN?

28.07.2007                                                                       Tag 76
Tourverlauf: Vallomares- Sabadell- Terrassa- Monistro- Montserrat- Manreasa- Solsona
KM:    190

Der Tourverlauf hoch nach Montserrat war sehr abwechslungsreich. Das Bergmassiv inmitten einer relativ flachen Ebene und das darauf auftürmende Kloster gaben einen lohnenden Anblick. Erster Halt an der Seilanlage, die zum Kloster hinauf führt.
                                                                                                                                                            
Danach eine tolle Passstraße bis zur Klosteranlage. Besichtigung der Kirche und mit der Seilzugbahn hoch zur Bergspitze. Per Fußmarsch weiter . Es gab überall grandiose Blicke auf das Bergmassiv und in das Tal. Viele Fotos geschossen. Der Besuch dieser Klosteranlage hat sich wirklich gelohnt. 
                                                  

Die Zeltplatzsuche in Solsona erwies sich, trotz GPS, als schwierig. In der Stadt gab es vier Ausfahrten. Habe drei probiert, alle falsch. Dann die letzte, nach etlichen Wendemanövern, endlich richtig.

 

 

29.07.2007                                                                       Tag 77
Tourverlauf: Solsona- La Sen de Urgell- Andorra la Vella- Zeltplatz gleich hinter Grenze auf französischer Seite
KM:   201

Sehr früh los gefahren und in eine grandiose Landschaft hinein. Sehr kurvenreiche Nebenstrecke nach Andorra mit vielen Höhenunterschieden.                  
  
Auf der Rücktour wieder durch Andorra.                                                                                                   
Dieses Mal bei gutem Wetter und schöne Sicht auf die Berge. Halt an einem Bergpass in Richtung France, weil dort gerade ein einheimisches Fest veranstaltet wurde.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde wohl der traditionelle Auf- bzw. Abtrieb der Tiere von den Weiden der Bergebenen in die Täler gefeiert. In der Grenz- Einkaufsstadt noch einen Motorstopp, um billig Tabak zu bunkern und dann zurück nach France.

Heute sehr viele Motorradfahrer unterwegs, aber das alte Leiden, auf den Zeltplätzen bin ich  als Motorradfahrer ein Exot. Treffe nur selten "Gleichgesinnte". Bin ich zur falschen Reisezeit oder immer am falschen Ort unterwegs oder bevorzugt der "Biker von Heute"  Unterkunft im Hotel und/oder Ausfahrten vor der eigenen Haustür? ...

Weiter zum nächsten Teil des Reiseberichtes (zurück nach Frankreich) 
         


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