Spanien - Reisebericht

Auf nach Spanien

11.6.2007                                                                        Tag 29
Tourverlauf: Bidart-Ascart-St. Jean Pied de Port-Roncesvalles( Beginn JACOBSWEG)
KM:  269

In Roncesvalles den Entschluss gefasst nicht weiter ins Gebirge zu fahren, denn im Ort das Schild noch 790 KM bis Santiago C. (JACOBSWEG)  noch 790 KM bis Santiago de Compostela.
                                                                                                                                        
Werde den jetzt nicht standesgemäß abfahren. Erste Pilger schon am Straßenrand laufen sehen und am Weg direkt am Zeltplatz vorbei ist ein Teil des Weges, denn hier kommen die Ausgemergelten vorbei. Bei dieser Hitze nur zu bewundern! Die Stadtdurchfahrt Pamplona war stressig, da einige Spanier rücksichtslos fahren. Andere Verhaltensweise als in France. Muss mich darauf einstellen. Bei Zeltplatzsuche in Estella falsche Straße reingebogen, obwohl das Hinweisschild eigentlich in diese Richtung zeigte. Dann hat mir auch ein netter  „Spanier“ den Weg gewiesen- leider falsch- und plötzlich stand ich vor einem schmalspurigen, steil nach oben gehenden Feldweg. Bin extra abgestiegen, einige Meter aufwärts gegangen und habe es trotzdem gewagt weiter zu fahren. Ein Riesenfehler, der Weg endete im Nichts und ich stand ohne Möglichkeit zu wenden. Die Kupplung musste wieder dran glauben, bis ich die Wende hatte und dann im Leerlauf und Vorderradbremse wieder runter, was auch falsch war, da ich die Maschine kaum halten konnte. Für extreme Strecken bin ich nicht zu gebrauchen und die Maschine mit Gepäck ist mir einfach zu schwer.

Da kommen in Spanien noch Landstriche, wo ich sicher darauf achten muss, nicht wieder in solche Situationen zu geraten. Nicht noch einmal die Kupplungsscheiben „runternudeln“!   Motorradpaar aus Polen als Zeltnachbar. Sind in nur 4 Tagen von Polen über Deutschland. Frankreich nach Spanien. Wollen weiter nach Portugal, Lissabon um zu heiraten. Ist wohl Mode geworden unter Europas Jugend in Lissabon zu heiraten? Aber am Tag immer fast 1000 km zu fahren, ist Stress pur.

12.06.2007                                                               Tag 30
Tourverlauf: Estella-Logrono-Najera-( Stadt und Kirche)-Santo Domingode la Caizana-( Stadt und Kirche )-Burgos ( Stadt und Kathedrale )   El Cid in Burgos
KM:  224

Viele Pilger bereits auf der Strecke zu sehen. Habe nun schon sehr viele Kirchen und Kathedralen gesehen. Nach dem JACOBSWEG will ich mich mehr auf Natur konzentrieren. Schwer trotz oder gerade wegen GPS den Zeltplatz nicht gefunden. Habe in einem Dorf angehalten und einen Spanier nach dem Weg gefragt: Nach langen Versuchen ihn mir zu beschreiben, sein Englisch war weitaus schlechter als meines, hat er sich kurz entschlossen in sein Auto gesetzt und ist die ca. 5 km bis zum Platz vorgefahren. Wirklich nett. Bin durchgeschwitzt auf dem Campingplatz gelandet und wollte gerade mein Zelt aufbauen, da hat mir mein Wohnwagennachbar aus Holland ein Begrüßungsbier überreicht. Sehr freundlich.
Wir sind auch gut ins Gespräch gekommen. Beim Aufladen meiner vielen technischen Geräte war ich auf dem Männerklo nicht alleine. Mehrere Männer hatten „ihre Ladegeräte“ in Aktion. Mit einem Herrn aus Nürnberg dann ein sehr umfangreiches Gespräch. Sagen wir so, er redete und ich hörte zu und wenn ich auch einmal etwas sagen wollte, musste ich es mir erzwingen. Er will mit seiner Frau die letzten 200 km des Jacobweges zu Fuß absolvieren und ich habe in der halben Stunde Gespräch seine ganze Familie und alle seine politischen Ansichten kennen gelernt.

13.06.2007                                                                Tag 31
Tourverlauf: Burgos-Jacobsweg-Olmilos-Castrojeritz-Fromenta-Carron-Sahagon-Mansillade de las Mulas-Leon-Zelt in ___ de Pirano.
KM:     272 
Von Beginn bis heute: 6.380 km

Langsam kirchenmüde und sehne mich nach Natur. Habe die tollen Kunstwerke in der Kathedrale von Leon nicht mehr wirklich aufgenommen. Es werden immer mehr Pilger, deren Ehrgeiz ich bewundere. Gestern hat sich ein brasilianischer Pilger meine Sticker auf den Alukoffern intensiv angeschaut und gefragt, warum noch nicht Brasilien darauf ist. Meine Antwort in “englisch-deutsch“ (er hat mich aber verstanden): Zuviel Wasser zwischen Europa und Südamerika und mein Motorrad kann vieles, aber noch nicht schwimmen!
Leon ist einen Besuch wert. Alles zentral und übersichtlich zu begehen.
           
                                                        
                                    
                                                                                                                                                               14.06.2007                                                               Tag 32
Tourverlauf: Piramo-Astorga-Ponferrado-Sarria-Melida-Santiago de Compostela( Ende Jacobsweg)
KM:   341

Die Strecke  über das Gebirge nach Sarria- Melide war sehr abwechslungsreich. Lange Kurven und Höhepunkt: Der Jacob auf dem Gipfel als Denkmal in beeindruckender Bergkulisse. Ankunft in Santiago bei zu viel Regen. Zeltplatz mit Blick auf die Stadt ok.                                                                                                                                                              
                                                                                                                                                                                                  
               

      

 

 

                                                                                                                                                                                                      15.06.2007                                                               Tag 33
Tourverlauf:             Ortsbesichtigung Santiago
KM:    ------------------

                                                                                                                                                                                                     Beeindruckende Atmosphäre in der Kirche Sehr voll. Viele Pilger. Habe allerdings die Figur über dem Grab von Jacob nicht umarmt, wie alle Pilger es machen, da ich die JACOBSTOUR MIT DEM BIKE IN NUR 4 TAGEN abgeritten habe und mir das wohl nicht zusteht! Für meine Alukiste am Motorrad das / Motiv: Stier/ Spaniens Wahrzeichen und Symbol für Jacobsweg/dieJacobsmuschel trotzdem erstanden und angebracht.

                                                                                                                                                     
16.06.2007                                                               Tag 34
Tourverlauf: Santiago de Compostela-Ourense-536 in östlicher Richtung -Puebla de Sanabria
KM:   341

Wenn bloß das schlechte Wetter nicht wäre. Die Bergstrecke zwischen Ourense auf der 536 war ein schön zu befahrener Abschnitt, nur leider wieder der Regen!
Eine kulinarische Begegnung der besonderen Art hatte ich in einem kleinen Dorf.
Ein Spanier befeuerte vor dem „CAFE“ einen großen Wasserkessel mittels Gasflasche und Brenner. Mit neugierigem Blick näherte ich mich und sah, etwas erschrocken, viele sich in dem heißen Wasser windende große Tintenfische. Die noch lebenden Tiere wurden in das siedende Wasser geworfen, nach Bedarf dann Tintenfischarme abgeschnitten und in Ringe geteilt.
Da einige Gäste sich das Gericht voller Vorfreude zubereiten ließen, konnte auch ich nicht wiederstehen und habe mir einen Portion bestellt. Meine Geschmacksnerven vorgewarnt, hielt sich meine Begeisterung allerdings in Grenzen. Es schmeckte wie „Fahrradschlauch mit Pfeffergeschmack“!

17.06.2007                                                               Tag 35
Tourverlauf: Puebla de Sanabria- 631- Zamora- Salamanca
KM:     208

Bin nur gefahren, um nach Salamanca zu kommen, denn am Vormittag hatte es noch geregnet. Während der Fahrt sehr starker Wind. Hatte echt Probleme die Maschine immer auf Kurs zu halten und es war körperlich sehr anstrengend, so dass keine Lust auf Besichtigungen aufkam. Morgen Stadtbesichtigung von Salamanca.

18.06.2007                                                               Tag 36
Tourverlauf: Salamanca-Avila-Las Navas de Marques-San Lorenzo de El Escorial
KM:   192

Nur kurze Stadtbesichtigung Salamanca. Dann Avila. Hat sehr gut erhaltene Stadtmauer- Strecke Avila- El Escorial sehr abwechslungsreich. Lange Kurven , gut zu fahren. Schöne Landschaft. Bin 50 km vor Madrid. In El Escorial Klosteranlage -  die größte Spaniens. Besichtigung morgen.
                             
19.06.2007                                                              Tag 37
Tourverlauf: Kloster El Escorial- 501 Zeltplatz 17 KM vor Madrid westlich
KM:   132

Klosteranlage El Escorial sehr sehenswert, aber zu viele Touristen und ewig Stau in den Räumen. Grabstätte der Könige Spaniens seit Carlos 2.

20.06.2007                                                             Tag 38
Tourverlauf:  Stadtbesichtigung MADRID
KM:                 Bus

Entgegen meinen Erwartungen hat sich Madrid als Volltreffer erwiesen. Die Busverbindung in die Stadt war perfekt und ich war froh, nicht das Motorrad genommen zu haben. Beginn des Stadtrundganges: Plaza de Espana mit dem Denkmal von Miguel Cervantes und seinen berühmten Geschöpfen, Don Quijote und Sancho Pansa- Königspalast Palaco de Real - wurde von zwei Damen angemacht mit einer Nelke als Geschenk, habe schnell gemerkt, was es zu bedeuten hatte und es war schwer sie los zu werden. Es ging natürlich um Geld für die Nelke, Ablenkung durch die Eine und Möglichkeit der Anderen mich zu beklauen- Plaza Mayor- Plaza de Villa- Paeso des Paeso- Museo de Prado-  Velazques- Goya- sehr beeindruckend seine drei Schaffensperioden in den Bildern zu erkennen -Brueghel- Dürer (Selbstbildnis und Adam und Eva), berühmte Bilder von Dürer!- Rubens- Tizian- Bosch- Bahnhof Atocha- Museo National Centro de Art Reina Sofia mit der tollen Außenfahrstuhlkonstruktion und den spanischen Sensationsmalern Pablo Picasso und Dali sowie vielen anderen neuzeitlichen Künstler der Malerei und Skulpturen. Von Picasso das berühmte Bild Guernica.

Die Innenstadt von Madrid ist gut zu erlaufen und die U-Bahn sehr klar gegliedert, so dass man problemlos alle wichtigen Punkte erreichen kann.
Gewundert hat mich, dass in dem katholisch geprägten Land die Prostituierten am Tag bereits auf einer der Nebenstraßen zur Haupteinkaufsprachtstraße stehen und sich anbieten. Hätte ich in Madrid nicht erwartet.
Die Architektur der Prachtstraße sehenswert (Gran Vila ist der Boulevard und teure Einkaufsmeile der Stadt). Habe in einem Donats- Cafe Pause gemacht und nette Unterhaltung mit Händen und Füßen und wenig englisch mit dem Kellner gehabt. Als er hörte, dass ich mit dem Motorrad in Spanien unterwegs bin, wollte er alles genau wissen: Woher ich aus Deutschland komme und wohin ich in Spanien noch fahren will.
-Bahnhof Atache- mit U- Bahn zurück nach Plaza de Espaniol.     

21.06.2007                                                                         Tag 39
Tourverlauf: Madrid- Toledo
KM:    111

Autobahnfahrt. Gleich Zeltplatz gesucht. Dann Stadttour rund um Toledo. Sehr schöne Stadtansicht. Der gesamte Stadtkern ist gut erhalten und renoviert. Erste Paella in Spanien war ein großer Reinfall. 4 Muscheln, 2 Shrimps und viel, viel zu viel Reis. Morgen ab in die EXTREMADURA und hoffentlich die spektakuläre Natur mit tollen Bildern! Vielleicht auch einmal frei zelten, wenn sich ein schönes Plätzchen findet!
 

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