Großbritannien Tour - 3. Teil - Irland - Reisebericht
70 Tage mit dem Motorrad durch England, Schottland und Irland
Nordirland
Nach nur 90 Minuten Überfahrt von Stranraer- Schottland schiebt sich die Fähre in den Hafen von Belfast- Nordirland und ich fahre meine BMW 1.100 GS direkt in das Zentrum der Hauptstadt dieses zu England gehörenden Landesteils.
Es ist außergewöhnlich heiß und ich beschränke die Stadtbesichtigung nur auf das Umfeld des Donegail Sqare und der imposanten City Hall und dem davor stehenden Denkmal für Königin Viktoria von England.
Nach nur zwei Stunden verlasse ich Richtung Norden auf der A6 die Stadt um noch heute die Antrium Coast Road, eine der schönsten Küstenstraßen, abzufahren. Mein erstes Ziel direkt am Meer, der Giant’s Causeway.
Tausende Basaltsäulen ragen in unterschiedlicher Höhe aus dem Meer und es ist wirklich ein unvergleichliches Wunder der Natur; kilometerlange weiße Strände der White Park Bay gehen in zerklüftete Gesteinsformationen aus rotem Granit, weißem
Kalksandstein oder schwarzen Basalt über.
Im Bereich des Fair Head wird die Straße sehr schmal und bietet enorme Steigungen und Kurven, die mir bei Begegnungen mit anderen Fahrzeugen einiges abverlangt und nicht nur die Hitze treibt mir den Schweiß den Rücken runter. Am höchsten Punkt angekommen erkenne ich schnell, dass sich die Mühe lohnt. Man kann jetzt sogar die schottische Halbinsel Mull of Kintyre, von Paul Mc Cartney in einem Lied besungen, in weiter Ferne erkennen.
Der Blick in das Landesinnere spiegelt dann alle Vorstellungen, die man sich vor der Reise über Irland aufgebaut hatte, wieder.
Weite tiefgrüne Wiesen, abgegrenzt durch lange Hecken und Buschgruppen. Eine Hügellandschaft endend an felsiger Steilküste, ab und zu ein Bauernhof und überall Schafherden in Massen.
Ich durchfahre diese einzigartige Landschaft durch den Glenariff Forest Park
. Muss in einem kleinen Ort anhalten, da mehrere Bauern zu Fuß oder mit einem Quad fahrend, flankiert von fünf Hunden, eine große Schafherde durch den Ort treiben.
Nun möchte ich Nordirland nicht ohne einen Besuch der ältesten Whiskey Distillery der Welt in Bushmills verlassen. Auffallend hier und unterwegs die Fahnen vor vielen Häusern. Oft die englische und die Fahne Nordirlands zusammen, aber auch sehr oft drückt der Hauseigentümer seine Glaubenszugehörigkeit durch einseitige Beflaggung, oft bis vier Stück pro Straßenseite, aus.
Irland
An der geänderten Straßenbeschilderung ist zu merken , dass ich in die Republik Irland einfahre.
Zu sehen die vielen von Europa geförderten Straßen- und Brückenbaumaßnahmen. Irland profitiert merklich von seinem Eintritt in die europäische Staatengemeinschaft. In Rush, einem kleinen Badeort nördlich von Dublin, finde ich einen direkt am Meer gele
genen Campingplatz.
In den Abendstunden ist das Meer durch Ebbe soweit zurück gegangen, dass man zwischen den sonst gefluteten Tafelfelsen wandern kann und sich Golfspieler einfinden, die ihren Abschlag auf der nun riesigen Sandfläche üben.
Ausgangspunkt der heutigen Besichtigungstour ist die nördlich von Dublin an der N 1 liegende Stadt Drogheda. Ich treffe mit meinem Bike sehr früh in Monasterboice, einem abgelegenen Klosterbezirk, ein. Auf einem kleinen Friedhof die Hauptattraktion - das Muiredach’s Cross. Reich verziert erhebt sich dieses Hochkreuz neben anderen vor dem noch erhaltenen Rundturm
des ehemaligen Klosters.
Hinweisschilder führen mich schnell zum Zisterzienserkloster Mellifont Abbey. Obwohl nur noch Ruine sind Kloster und Abteikirche mit einigen Gebäudeteilen gut erhalten und man erkennt in Fundamentumrissen die gewaltige Dimension dieser 1142 entstandenen Gesamtanlage.
Als ich das Motorrad vor dem Haupteingang des berühmtesten Grabhügels Irlands parke, strömen bereits Touristenmassen in den monumentalen Grabhügel von Newgrange. Zusammen mit der Anlage von Knowth und Dowth zeugen viele Gräber in dieser Umgebung von einer blühenden Kultur älter als 5000 Jahre und damit noch vor Stonehange geschaffen.
Mich lässt man leider nicht durch den Eingang in die Ganggräber. Nur mit Mini-Bus Pendelverkehr ab Besucherzentrum kann man alle Anlagen besuchen und ich verzichte, lenke mein Motorrad noch zum Hill of Tara, dem einstigen Sitz der irischen Könige.
Auf der Spitze des Hügels, vorbei am Denkmal des Heiligen Patrick und der kleinen Church, erkennt man die geschichtliche Bedeutung dieses Ortes. Man kann nun ein riesiges Arial überschauen. Auf einer kleinen Fläche steht eine Urlaubergruppe aus Japan um einen Stein, der sehr einem Phallussymbol ähnelt. Da jedes weibliche Mitglied dieser Urlauber aus Fernost den Stein berühren muss und dabei fotografiert werden, brauche ich sehr viel Geduld bis ich zu meinem Foto „Stein in der Landschaft ohne Japaner“ komme.
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