Frankreich 2 - Reisebericht - Teil 1
30.07.2007 Tag 78
Tourverlauf: Grenze Andorra- France-nordwärts-117- östlich 118- nördlich bis Carcassonne
KM: 191
Zuerst die gute Nachricht: Der Kartendieb in Barcelona hat es drei Mal versucht Geld zu ziehen. Gleich nach dem Diebstahl um 20.11 Uhr, dann eine Stunde später und noch einmal am Morgen um 7.00 Uhr. Dabei wurde die Karte dann eingezogen. Er hatte also meine PIN- Nummer nicht richtig gesehen. Gott bestraft also manchmal doch die „SCHLECHTEN“. GLÜCK GEHABT!
Heute nur gefahren und keine besonderen Naturerlebnisse. Ankunft in Carcassonne, Festung gesu
cht, nicht gefunden. Nach Rückkehr auf den Parkplatz war mein Motorrad von Vogelscheiße regelrecht besudelt. Alukiste, Helm, Jacke und Sitz. Auf dem Zeltplatz war Großreinigung angesagt.
31.07.2007 Tag 79
Tourverlauf: Carcassonne- nördlich in Richtung Parc de Lacaune- >Nages am Lac du Laouzas
KM: 143
Eine der bisher schönsten Routen in France. Der Süden von Frankreich bietet offensichtlich mehr Naturerlebnisse! Erst Festungsbesichtigung von
Carcassonne. Eine sehr schöne, völlig erhaltene Anlage.
Dann weiter auf Tour in Richtung Norden und zufällig genau in den Parc Nat. Lacaune. Schöner Streckenverlauf. Halt für ein Foto an einer alten Mühle.
Dann viele Kurven und Waldstraßen ohne Ende. Sehr schmal, aber wunderschön, besonders die Alleenabschnitte, die oben völlig zugewachsen waren. Lage Zeltplatz am Luc du Lauzas- See.
01.08.2007 Tag 80
Tourverlauf:Lac du Lauzas- nördlich- Camares- Millan- Zelt in Les Rivages in Millan
KM: 210
Wieder eine sehr einsame, aber schöne Tour durch Südfrankreichs Nebenstraßen. Das Navi macht sich bezahlt. Ich gebe das Endziel ein, heute Millan und da ich Autobahnen und Hauptstraßen ausgeschlossen habe, führt das GPS mich nur über Nebenstraßen und einsame Dörfer. Vielleicht sehr
zeitaufwändig, aber vom Fahren sehr schön, da man das Land sicher besser kennenlernt!
Halt zur Cafepause in Camares, dann ein Chateau (Name muss ich noch raus bekommen), es war Frankreich im Mittelalter pur und klasse gelegen. Alle Häuser hatten die Ausstrahlung der Vergangenheit, die Brücke zum Chateau eine Maurersuperleistung. Ein Ort, um als Künstler zu leben.
Dann auf der Weiterfahrt ein Aussichtspunkt der Superlative über das gesamte Land, ein Turm mit einem Metalldrachen .
Kurz danach erreiche ich die Werkstatt des Metallkünstlers. So etwas Außergewöhnliches in Metall habe ich noch nicht gesehen. Asterix und Obelix, Pferde, Affen, Giraffe, Ritter auf Pferd, Cowboy auf Pferd. Alles aus kleinen Metallteilen oder aus Schrott zusammengebaut. Der Mann hat wirklich was drauf!
Habe versucht einen kleinen Frosch aus Metall beim Künstler zu kaufen. Meine Frau hat schon oft auf unseren Reisen aus verschiedenartigen Materialien kleine Frösche erstanden. Ein Frosch aus Metallschrott würde die Sammlung sicher bereichern. Leider verstand der Künstler das Wort FROG und auch das Wort Frosch nicht und mir war das Wort in seiner Landessprache nicht bekannt. Er gab mir Kreide zum Aufmalen, was aber nichts brachte. Mein gezeichneter Frosch ähnelte eher einer Schildkröte.
Nun war voller Körpereinsatz meinerseits gefragt. Unter Inanspruchnahme der Hände und Füße, froschartige Körperhaltung, hüpfen auf der Stelle und Versuchsquaken hatte er dann verstanden und mir einen Fro
sch aus Plaste gezeigt. Leider war die Werkstatt voller Metall- Mäuse, kleiner Schildkröten aber kein einziger Eisen- Frosch. Obwohl es nicht zu einem Geschäftsabschluss kam, verabschiedete er mich sehr freundlich und die Fahrt in Richtung Millan ging weiter.
Hier macht mir Frankreich richtig Spaß! Natur Klasse, man trifft auf den Dörfern Typen und die Begegnung mit dem Metallkünstler wird bleiben, wie damals der Radfahrer vor den beginnenden Highlands in Scotland.
Auf Frankreichs Zeltplätzen überall die gleiche Erfahrung. Man hört fast nur Holländer, Frankreich ist wohl für diese Nation Urlaubsland Nr:1.
02.08.2007 Tag 81
Tourverlauf: Millan- nördlich in Parc Nat. Reg. Cevennes- Chaos de Montpellier- Aven Armand (Höhle)- Georges du Tarn- La Marlene-Zelt in La Canourgue am Fluss Tarn
KM: 95
Schöne Tagestour durch den Nationalpark Cevennes. Besichtigung der Tropfsteinhöhlen mit wunderschönen Gebilden. Leider die Führung nur in französisch, so dass ich die Entstehungsgeschichte nicht verstehen konnte.
03.08.2007: Tag 82
Tourverlauf: Saint Enimie- Florac- Saint Jean du Gard- Anduze- Nimes- Arles- Martiques- Ai
x en Provence A8- A57- 10- Massiv des Maures- Grimand- Saint Tropez- Ramatuella Zeltplatz
KM: 493
Die Strecke zwischen Florac und Gard war nicht so überwältigend, wie es mein Reiseführer versprach. Habe danach nur noch km gemacht, um an das Mittelmeer zu kommen. Durch falsches Lesen des GPS und fahren auf der A57 war ich dann gezwungen, das gesamte Massiv des Maures zu queren, um Saint Tropez zu erreichen.
Schmale Straße, neuer Bitumenbelag, immer im Wald, aber durch die Gesamtlänge dann doch ermüdend. Dann wieder einmal trotz GPS den Zeltplatz nicht gefunden und erst spät im Dunkel der Nacht in Ramatuella einen Campingplatz entdeckt. Die Chefin war sehr freundlich und verkaufte mir, trotz vorgerückter Stunde, ein paar Bierchen. Trotzdem bin ich am frühen Morgen schnell weiter, da mir der Standort des Platzes bei Tageslicht gesehen und der Preis von 26 € pro Nacht überteuert erschien. Muss wohl erst kapieren, dass ich an der französischen Mittelmeerküste bin und hier die Lage zu bezahlen ist!
04.08.2007 Tag 83
Tourverlauf: Ramatuella- Saint Tropez- (Stadtbesichtigung)- Grimand Port
KM: 23
Saint Tropez hat mich sehr enttäuscht.
Menschenmassen wimmeln durch die Innenstadt, die von den Häuserzeilen her nichts zu bieten hat. Es war Wochenmarkt, schnell ein „ICH WAR DA“ T-Shirt gekauft. Nach dem Mittag gleich Zeltplatzsuche und dieses mal in Grimand Port schnell fündig geworden.
Dieser Ort hat das Flair, welches ich eigentlich von Saint Tropez erwartet hatte.
Heute und morgen noch Sonne pur und Meeresbaden. So wie hier am Mittelmeer könnte das Leben zwar weitergehen, wenn bloß der „Geldbeutel nicht ständig knurren“ würde.
Montag noch den VERDON CANYON und dann France ade! Noch die französischen Alpen auf einer anderen Strecke als auf meiner letzten Tour queren und über die Schweiz in Süddeutschland einreisen.
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